Dieses Kapitel wurde
freundlicherweise zur Verfügung gestellt von:
Michael Schlenstedt
1.0 Einführung
1.1 Über diese Anleitung
Jeder, der in einer WG wohnt oder bereits Computer begeisterten Nachwuchs sein Eigen nennt hat sich
die Frage wohl schon einmal gestellt: Warum den Internet-Anschluss, die Drucker, das Faxmodem oder
aber auch nur die Festplattenkapazität nicht gemeinsam nutzen? Und das über die
Betriebssystemgrenzen hinaus? Eigentlich ein naheliegender Gedanke, und kostengünstig und
praktisch ist es obendrein.
Linux macht so etwas möglich. Für jeden, der zu Hause mehrere Computer verwendet,
lohnt es sich, einen kleinen Server aufzubauen. Man kann seinen
Laserdrucker/Farb-Tintenstrahler von jedem Rechner im Haus aus nutzen, von jedem Rechner
kann auf das Internet zugegriffen werden und natürlich auch der
Datenaustausch
untereinander wird problemlos möglich. Die folgenden Teile dieser kleinen
Anleitung sollen auch dem Einsteiger das Netzspinnen unter Linux nahe bringen, denn
ein privates Netzwerk aufzubauen ist keineswegs Hexerei, wenn auch ein klein
wenig Computer-Erfahrung dazugehört. Aber wer sein Linuxsystem
einigermaßen beherrscht und wer die Bezeichnung TCP/IP schon einmal
gehört hat, der sollte auch keine Probleme haben, sich ein eigenes kleines
Netz zu spinnen.
1.2 Vorgeschichte
Häufig kommt die Idee, einen eigenen Server in einer Wohngemeinschaft oder im Familienheim zu
installieren erst auf, wenn bemerkt wird, dass ansonsten einige Neuanschaffungen nötig werden.
Zum Beispiel werden viele WG's häufig, sobald verfügbar, mit einer ADSL-Anbindung und
einem gemeinsamen ISDN-Anschluss ausgestattet. Durch die Kostenteilung ist dieser High-Speed-Zugang
auch für Studenten erschwinglich. Jedoch haben meist nicht alle Bewohner eine ISDN-Karte, die
ADSL-Leitung ist sowieso nur durch eine Person zur Zeit nutzbar, was gleichzeitige Onlinesitzungen
gänzlich unmöglich macht. Nutzer einer passiven ISDN-Karte haben in der Regel unter Linux
keine Möglichkeit, Faxe zu verschicken (wenn sie nicht gerade eine Fritz- oder Sedlbauerkarte
besitzen), dass längst verstaubte Modem hat aber längst kurz nach dem Kauf der ISDN-Karte
auf dem nächstgelegenen Flohmarkt einen neuen Besitzer gefunden. Wer braucht schon ein Modem,
wenn man doch ISDN hat! Der eine Bewohner hat einen guten Farbtintensprüher, dafür muss er
für normale Textausdrucke ein Vermögen für Tinte berappen. Der Andere hat zwar einen
Laser-Drucker, der Textseiten für wenige Pfennige zu Papier bringt, dafür sehen
Fotoausdrucke miserabel aus... Diese Liste ließe sich unendlich fortführen. Warum also
nicht die komplette Hardware auch für jeden in der Wohnung nutzbar machen? Aber auch
für einen Ein-Personen-Haushalte ist ein Netzwerk von Vorteil, sei es, weil man mehrere PC's besitzt
oder aber z. B. verschiedene Rechnerarchitekturen (z. B. einen Apple Macintosh und eine IBM-PC) verbinden
möchte. Für kleinere Büros sind die Vorteile eines Netzwerks ohne weitere
Erläuterungen offensichtlich (Datenaustausch/abgleich, gemeinsame Drucker etc.).
Und ganz nebenbei: LINUX BEGINNT ERST IM NETZWERK RICHTIG SPAß ZU MACHEN!