Netzwerk-Installationsanleitung fĂĽr Kernel 2.4 und 2.6

 

  
Zurück Inhalt Vorwärts


Dieses Kapitel wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von: Helge Klug

8.0 Samba als Primärer Domäne Controller (PDC)

Kurzfassung

In der Abhandlung 'Samba als Primärer Domain Controller (PDC)' wird die Konfiguration von Samba und der des Windows Clienten behandelt. Die Konfiguration wurde an Windows 2000 und Windows XP erfolgreich getestet. Es wird beschrieben welche Variablen zu deklarieren sind, um eine 'vollwertige' Funktion des Controllers zu gewährleisten. Dazu zählt u.a. die Anlage des so genannten 'machine account' auf Seiten des Servers. Des Weiteren wird auf die Gruppenrechte eingegangen, die mit Hilfe des 'netlogon.cmd' Skriptes und einer Registrierungsdatei realisiert werden.

8.1 Einleitung

Der Aufbau eines großen Netzwerkes mit einer Arbeitsgruppe ist mit einem hohen Administrationsaufwand verbunden. Benutzer müssen in diesem Fall direkt an den Clients eingerichtet und mit entsprechenden Rechten versehen werden um auf Ressourcen im Netzwerk zuzugreifen zu können. Um die administrativen Dienste der Benutzerverwaltung zentral von einem Rechner steuern zu können, wurden Domänen entwickelt.

8.2 Unterschiede einer Domäne versus Arbeitsgruppe

Die Funktionsweise einer Windows Domäne (NeTBIOS-Domäne (Network Basic Input/Output System)) unterscheidet sich von der Domänenbezeichnung im Internet. Im world wide web steht die Bezeichnung Domäne für eine Gruppe von Computern. In einer NeTBIOS-Domäne hingegen wird die Zusammenfassung von Computern beschrieben, die sich einen Controller teilen. Dieser ist unter anderem für die Anmeldeprozedur im Netzwerk verantwortlich. Die Anmeldung an einem Computer erfolgt nicht mehr über lokale Sicherheitsrichtlinien sondern zentral über den Domäne-Controller. Benutzerdaten werden zentral auf dem Controller verwaltet. Das hat den Vorteil, dass lediglich der Controller einen Benutzer den Zugriff (engl. access) auf einem in der Domäne befindlichen Computer gewähren kann. Dies erspart Systemadministratoren in größeren Netzwerken viel Arbeit, da die gleichen Benutzer nicht an jedem PC anlegt werden müssen. Grundsätzlich ähnelt sich eine Domäne einer Arbeitsgruppe. Der Unterschied zwischen den beiden NeTBIOS-Typen besteht lediglich darin, dass die Domäne zentrale Dienste unterstützt. Am wichtigsten ist in diesem Zusammenhang die zentrale Anmeldung zu nennen.

8.3 Domänenunterstützung von Samba

Seit der Version 2.0 von Samba ist es möglich, Samba als Domäne-Controller einzusetzen. Die Unterstützung für Windows NT 4.0 und
Windows 2000 wurde ab der Version 2.0.7 integriert. Voraussichtlich kann Samba jedoch erst ab der Version 3.0 als vollwertiger
Domänen-Controller angesehen werden. Daher ist es ratsam immer die aktuellste Version von Samba zu verwenden.


8.4 Konfiguration der globalen Sektion (engl. global section)

Für den Betrieb als Primärer Domänen Controller (PDC) müssen in der 'global section' einige Optionen neu erstellt und deklariert werden. Die Optionen sind in Tabelle 1 mit den dazugehörigen Variablen aufgelistet. Alle anderen Einstellungen, die bis dahin Konfiguriert wurden, werden mit übernommen. Einige dieser Variablen sind nicht zwingend notwendig, erleichtern aber die Administration.

 
Tabelle 1: Optionen der global section
Variable Einstellung
domain admin group @admin
logon script logon.cmd
logon path \\server\profile\
os level 32
preferred master auto
local master yes
domain master auto
domain logons yes
time server yes
wins support yes
logon drive Y:
logon home \\192.168.99.1\%U

Tabelle 2: Erklärung zu den gesetzten Optionen
Einstellung
Erklärung
domain admin group
In der 'domain admin group' werden die Administratorenrechte der Benutzergruppe definiert. Die Benutzer der Gruppe können nicht nur einen Personal Computer (PC) in die Domäne aufnehmen, sondern verfügen auch über Administratorenrechte auf den Clienten.
logon script
Das 'logon.cmd' Script dient der Anmeldeoperation der Benutzer auf ihrem Clienten. Beim anmelden auf dem Client fĂĽhrt Windows dieses Skript aus.
logon path
Der angegebene Pfad weist auf das servergespeicherte Benutzerprofil hin. Hier wird der Pfad vom Client angegeben, nicht der Verzeichnisverlauf von Linux. Folglich muss das verwendete Verzeichnis Samba bekannt gemacht werden.
os level
Dieser Wert legt fest, wer in der Arbeitsgruppe der lokale 'Mas-ter-Browser' ist. Mit dieser Einstellung ist der
SMB-Server (Server Message Block) höherwertiger als ein NT-Server.
preferred master
Preferred master ist nichts anderes als die Option 'os level'. Es wird noch einmal unterstrichen, dass der SMB-Server der lokale Master-Browser ist. Mit dieser Einstellung ist vorsichtig umzugehen. Sollte ein weiterer Server in der Arbeitsgruppe oder Domäne integriert sein, ist dieser Eintrag auf 'false' zu setzen. Damit wird verhindert, dass beide Server ihre Rivalitäten über das Netz austragen.
domain master
Ist an den "preferred master" gekoppelt.
domain logons
Diese Option ist für den Domänenbetrieb unumgänglich. Die Deklaration teilt Samba mit, dass die Benutzeranmeldungen über Samba erfolgen und Windows die Benutzerprofile über das Netzwerk beziehen soll.
local master
Wird diese Option gesetzt, versucht Samba der lokale Masterbrowser im Subnetz zu werden
time server
Samba stellt den Microsoft Clienten die Systemuhrzeit des Servers zur VerfĂĽgung.
logon drive
Hier wird der Buchstabe zugeordnet indem das Heimatverzeichnis (engl. home) des Benutzers im Explorer zu finden ist. Da in jedem System unterschiedlich viele lokale Speichermedien installiert seien können ist es sinnvoll einen Buchstaben am Ende des Alphabets zu wählen. Unter Windows XP ist der Laufwerkbuchstabe Z: allerdings für eigene Prozesse belegt.
logon home

Legt fest wo sich das Heimatverzeichnis des Benutzers befindet. Die Variable %U verweist auf das Benutzereigene Verzeichnis.

8.4.1 Variablen von Samba

Tabelle 3: Variablen
Variable Bedeutung
%a System auf dem Clienten. Beispiel: Win95, WfW, Win NT, Samba, OS2
%d Prozess-ID (PID) des Servers
%g Primäre Gruppe (Hauptgruppe), des angemeldeten Sambabenutzers
%G Primäre Gruppe (Hauptgruppe), des angemeldeten Linuxbenutzers
%h DNS-Name (Domain Name System) des Server
%H Homeverzeichnis des Linuxusers
%I IP-Adresse des Clienten
%L NetBIOS-Name des Samba Servers
%m Rechnername (NetBIOS-Name) des Clienten
%M DNS Name des Clienten
%P Wurzel der aktuellen Freigabe
%s Dateiname, der an die Druckerfreigabe gesandt wurde
%S Name der aktuellen Freigabe
%T Aktuelle Uhrzeit des Servers
%u Linux-Benutzername
%U Samba-Benutzername, kann vom
Linux-Benutzername abweichen wenn 'username map' in der 'global section' verwendet wird.
%v Samba Version

8.5 Konfiguration 'profile' und 'netlogon'

Damit Sie Ihren PC an der Domäne anmelden können, müssen folgende Verzeichnisse angelegt und Samba bekannt gemacht werden. Dies erfolgt über die Konsole mit:

mkdir -p /server/domain/netlogon
mkdir /server/domain/profiles

Die Verzeichnisse mĂĽssen unter Samba mit folgenden Rechten vergeben werden. Die Einstellungen sind in Tabelle 4 und 5 aufgeleistet.

Tabelle 4: Profile
[profile] comment Network Profile
path /server/domain/profiles/%U
admin users @domain
read only no
browseables no
 Tabelle 5: Netlogon
 [netlogon] comment Domäne Logon
  path /server/domain/netlogon
  admin users @admin
  read only yes
read list @domain
browseables no

Beim ersten Verzeichnis sollten alle Mitglieder der NeTBIOS-Domäne über Administratorrechte verfügen. Ansonsten erfolgt eine Fehlermeldung beim An- und Abmelden unter Windows. In diesem Beispiel sind alle Benutzer der Domäne unter der Gruppe 'domain' ansässig. Im Ordner 'profile' wird Windows beim Erstanmelden eines Benutzers ein individuelles Benutzerprofil anlegen. Änderungen wie z.B. Anordnungen der Icons auf dem Desktop (Oberfläche) werden fortan hier gespeichert und sind von jedem Computer der Domäne abrufbar. Der Ordner 'netlogon' wird zum Anmelden des Computers an der NetBIOS-Domäne benötigt. Windows sucht bei der Anmeldung nach einem 'logon' Skript. Ist keines Vorhanden wird die Anmeldung ohne Ausführung des Skriptes weitergeführt.

8.5.1 Konfiguration 'homes'

Damit die Ăśbersicht bei vielen Benutzern bewahrt bleibt und sich der Konfigurationsaufwand bei neuen Benutzern verringert, ist es sinnvoll, das Homeverzeichnis mit Variabeln zu bestimmen. Wie dieses Homeverzeichnis angelegt wird, wird in Tabelle 6 verdeutlicht.

Tabelle 6: homes
[homes] comment Homes auf %L
  path %H
  admin users %u
  read only no
  browseables no

Das '%H' in 'path' teilt dem SMB-Server mit, das Samba den Pfad des Homeverzeichnis des Linuxbenutzer folgen soll. Der Pfad fĂĽr dieses Verzeichnis wird im Benutzerprofil des Linuxbenutzers angegeben. Das '%u' in 'admin users' steht fĂĽr den Namen des angemeldeten Benutzers.

8.5.2 Anlegen des Maschinenzugangs (engl. machine account)

Seit Windows NT 4.0 und Windows 2000 werden serverseitig so genannte 'machine-accounts' ('trust-accounts') benötigt, um PCs in die Domäne aufzunehmen. Diese Accounts werden wie Benutzer angelegt, sind jedoch mit einem Dollarzeichen ($) am Ende gekennzeichnet. Anlegen des
'machine accounts' unter Linux:
 
useradd -d /dev/null -s /bin/false -c "MACHINE ACCOUNT" client-1$

Das Anlegen des 'machine accounts' unter Samba wird mit folgender Befehl

smbpasswd -a -m client-1

ĂĽber die Konsole ausgeführt.

Der Benutzer 'client-1' wird dem Domäne-Controller bekannt gemacht. Hierbei ist wichtig, dass der Name des 'machine account' mit dem Ihres Rechnernamens an der NetBIOS-Domäne identisch ist. Nachdem Samba serverseitig für einen Domänenbetrieb konfiguriert wurde, sollten Sie den Luxus eines Systemneustarts nicht verwehren. Hiermit wird sichergestellt dass alle Einstellungen am Server übernommen und aktiviert wurden.

8.6. Besonderheit Windows XP

Mit dem Windows 2000 Nachfolger, führt Microsoft eine veränderte Verschlüsselung für Domänenanmeldungen ein. Das neu eingeführte Sicherheitskonzept wird derzeit vom Samba nicht unterstützt. Damit Windows XP kompatibel zu bereits bestehenden Servern ist, müssen Sicherheitsrichtlinien am Windows XP Client geändert werden.

Hinweis: Die Windows XP Home Edition unterstützt keine Domäneanmeldung.

8.6.1 Ändern des digitalen Schlüssels

Um Zugriff auf die Sicherheitsrichtlinien zubekommen, gehen Sie in der Taskleiste unter 'Start' und danach wählen sie 'Ausführen …' (vgl. Abbildung 1). Geben Sie in das erscheinende Kommandofeld:

gpedit.msc

ein. Nun erhalten Sie den 'Sicherheitsrichtlinien-Editor' (vgl. Abbildung 2).

Abbildung 1: Ausführen

 

Abbildung 2: Sicherheitsrichtlinien

Hier gehen Sie unter: Computerkonfiguration / Sicherheitseinstellungen / Lokale Richtlinien / Sicherheitsoptionen.
Die Sicherheitsoption: 'Domänenmitglied: Daten des gesicherten Kanals digital Verschlüsseln oder signieren (immer)', ändern Sie von 'aktiviert' auf 'deaktiviert'.

8.6.2 Ändern der Besitzrechte von servergespeicherten Profilen

Sie öffnen nach dem oben genannten Muster den 'Sicherheitsrichtlinien-Editor'.
Hier gehen Sie unter: Computerkonfiguration / Administrative Vorlagen / System / Benutzerprofile.
Die Sicherheitsoption: 'Besitzrechte von Ordnern servergespeicherter Profile nicht prüfen' ändern Sie von 'deaktiviert' auf 'aktiviert'.

Nach den Änderungen der Sicherheitsrichtlinien, kann dein Windows XP Client in eine bestehende Domäne aufgenommen werden.

8.7 Einbinden des Clients in die Domäne

Um den Client in die Domäne aufzunehmen, melden Sie sich mit Administratorrechten auf dem Client an. Öffnen Sie die 'Systemsteuerung' und folgen dort zur 'System und Netzwerkerkennung'.

Abbildung 3: Systemsteuerung

 

Abbildung 4: Systemeigenschaften

Nach dem Aufruf erhalten Sie die Eingabemasken die in den Abbildungen fünf bis zwölf aufgelistet sind. Die Abbildungen zeigen die anzugebenden Einstellungen, um den Computer in die Domäne aufzunehmen. Die hier angegebenen Benutzer werden sich von Ihren unterscheiden. In diesem Beispiel ist der Benutzer 'Bard' in der Administratorengruppe der Domäne und ist berechtig den Computer in die NeTBIOS-Domäne aufzunehmen.

Abbildung 5: Assistent fĂĽr die Netzwerkanmeldung 1/8

 

Abbildung 6: Assistent fĂĽr die Netzwerkanmeldung 2/8

 

Abbildung 7: Assistent fĂĽr die Netzwerkanmeldung 3/8

 

Abbildung 8: Assistent fĂĽr die Netzwerkanmeldung 4/8

 

Abbildung 9: Assistent fĂĽr die Netzwerkanmeldung 5/8

 

Abbildung 10: Assistent fĂĽr die Netzwerkanmeldung 6/8

 

Abbildung 11: Assistent fĂĽr die Netzwerkanmeldung 7/8


Geben Sie hier den Benutzer an, der in der Domäne über Administratorenrechte verfügt. In diesem Beispiel ist der Benutzer 'bard' in der Gruppe 'admin' die in der 'global section' als Administratoren-Gruppe bestimmt worden ist.

Abbildung 12: Assistent fĂĽr die Netzwerkanmeldung 8/8


Nach der erfolgreichen Aufnahme des Clients fragt Windows Sie, ob Sie einen weiteren Benutzer der Domäne hinzufügen wollen. Beantworten Sie die Frage mit 'nein', da Windows keine Benutzer der 'Samba Domäne' hinzufügen kann.

8.8 Lokale Benutzerprofile löschen

Wie in der 'global section' angegeben, lädt Windows nach erfolgreicher Aufnahme in die Domäne, die Benutzerprofile vom Server. Allerdings werden die Benutzerprofile des Clients ebenfalls lokal gespeichert. Das ist für den Gebrauch von Laptops auch zwingend notwendig, da die Domäne nicht immer verfügbar ist. Für einen fest eingebundenen PC hat dies aber zwei Nachteile. Wird ein PC von mehreren Benutzern benutzt, geht viel Speicherplatz auf der lokalen Festplatte verloren. Wechselt ein Benutzer seinen Arbeitsplatz, kann er nicht auf die aktuellste Version seines Benutzerprofils zurückgreifen, da Windows nicht bei jedem Abmelden das Benutzerprofil mit dem des Servers abgleicht.

Der Vorteil von lokalen Benutzerprofielen besteht in langsamen Netzen. Ist ein Netzwerk überlastet, kann es sehr lange dauern bis der Computer an- oder abgemeldet ist. Eine Einstellung unter Windows ermöglicht es, ein Benutzerprofil lokal zu laden oder zu speichern, wenn das Netzwerk ausgelastet ist.

Damit Windows keine lokalen Benutzerprofile mehr anlegen kann und so gezwungen ist, immer die serverseitigen Benutzerprofile zu laden, müssen in der 'registry' des Clients zwei Variablen neu angelegt werden. Um Zugriff zur 'registry' bekommen, gehen Sie in der Taskleiste unter 'Start' und danach wählen sie 'Ausführen …' (vgl. Abbildung 13). Geben Sie in das erscheinende Kommandofeld.

regedit

ein. Nun erhalten Sie den 'Registrierungs-Editor' (vgl. Abbildung 14).

Abbildung 13: Die Kommandozeile unter 'Start' 'AusfĂĽhren ...'
Abbildung 14: Der Registrierungseditor


Hier gehen Sie nun unter: HKEY_LACAL_MACHINE \ SOFTWARE \ Microsoft \ Windows NT \ CurrentVersion \ Winlogon

 

Abbildung 15: Der Registrierungseditor im Verzeichnis

In 'cachedlogonscount' ändern Sie den Wert von zehn auf fünf. Als nächstes fügen Sie ein REG_DWORD hinzu mit dem Namen 'DeleteRoamingCache' und setzen es auf eins (vgl. Abbildung 16).

Abbildung 16: REG_DWORD Anlegen

Die Einstellung im 'cachedlogonscount' bestimmt, ob ein Benutzerprofil lokal gespeichert werden soll oder nicht. Das hinzugefügte 'REG_DWORD' sagt aus, dass das Benutzerprofil nach dem abspeichern auf dem Server lokal gelöscht werden soll.

8.9 Gruppenrichtlinien ĂĽber Samba erstellen

Die oben aufgeführte Konfiguration stellt einen stabilen Domänen Controller dar, der dem Original von Microsoft nichts nachsteht. Die Defizite werden einem aber offenbart, wenn Benutzergruppen verschiedene Rechte zugewiesen werden sollen. Samba stellt den Microsoft Clienten nur 2 Benutzergruppen zur Verfügung, 'Domain Admins' und 'Domain Users'. Die Administratoren werden in der Global Sektion unter 'domain admin group' angegeben. Alle anderen Benutzer der Domäne werden folglich unter 'Domain Users' bzw. 'Domain Guests' angeordnet.

Unter einem Windows 2000 Server funktioniert die Umsetzung der Benutzerrechte ĂĽber so genannte 'Gruppenrichtlinienobjekte' (GPO), die in der 'Active Directory Services' (ADS) implementiert werden. Microsoft stellt hier dem Administrator zwei Standard-GPO's zu VerfĂĽgung.

1. Default Domain Policy (Standard Domänen Richtlinie)
2. Default Domain Controllers Policy (Standard Domänencontroller Richtlinie)

Weite GPO's können zusätzlich erstellt werden, die in der Domänenstruktur in einzelnen Bereichen ungesetzt werden können.

Die 'Active Directory Services' werden zurzeit von Samba nicht unterstĂĽtzt. Bei der Release Vorstellung von Samba 2.2.0 wurde angedeutet, dass das 'ADS' ab Version 3.0 zur VerfĂĽgung stehen soll. Dementsprechend muss ein anderer Weg gefunden werden um mehrere Benutzergruppen mit verschiedenen Rechten zu definieren.

Eine Möglichkeit besteht darin Systemrichtlinien für Benutzer zu erstellen. Diese Systemrichtlinien wurde von Windows 98 und der NT Reihe benutzt und kann unter Windows 2000 aktiviert werden. Die Rechte von Benutzern und Gruppen werden über den Systemrichtlinieneditor (poledite) zugewiesen und sind Individuell konfigurierbar. Jedoch wird bei poledite ein globales Management unterbunden, da wiederum nur die zwei oben aufgeführten Benutzergruppen der Domäne auswählbar sind. Eine Möglichkeit nun doch zu einem globalen Management zu kommen, liegt in der Zusammenarbeit über das 'logon.cmd' Skript. Über dieses Skript lassen sich nicht nur die Clientenuhrzeit mit dem Server synchronisieren, sondern auch Registrierungseinträge ändern. Eine Registrierungsdatei wird über das Skript aufgerufen, welches dann die Rechte der Benutzer bestimmt. Mit der Registrierungsdatei wird das Verhalten der Systemrichtlinien nachempfunden. Dies ist am Anfang sehr zeitaufwändig, da die einzelnen Schlüssel aus der 'regestry' heraus gesucht werden müssen. Bei der Suche für die einzelnen Schlüssel hilft jedoch das Tool 'Registry System Wizard' welches unter www.winfaq.de zur Verfügung steht.

8.9.1 Benutzergruppen und deren Rechte

Im weiteren Verlauf werden vier Benutzergruppen verwendet, die jeweils unterschiedliche Rechte besitzen. Die 'Rechte' der Benutzergruppe 'user' sind ĂĽber die Registrierungsdatei individuell einstellbar. Die Gruppe 'user2' sowie 'guest' können keine Registrierungsdateien ausführen, da diese bei den Benutzerprofilen von Windows unterbunden wird.

Tabelle 7: Rechte der Gruppen
Gruppe Rechte
admin Uneingeschränkte Rechte auf die Domäne und die Clienten.
user

Ist in der 'domain admin group' angesiedelt um Programme (z.B. ICQ) zu benutzen die mehr Rechte Verlangen. Einige Programme haben aus SicherheitsgrĂĽnden eine Sperre enthalten, das es dem normalen Benutzer verweigert jenes Programm zu Verwenden.

Der Benutzer dieser Gruppe hat keinen Zugriff bzw. kein Recht um:

- die Option 'Ausführen…' in der Menüleiste zu benutzen.
- das Netzwerk zu durchsuchen.
- die Systemsteuerung aufzurufen.
- ein Drucken zu installieren, freizugeben oder zu löschen.
- die Auflösung des Monitors zu ändern.
user2 Rechte eines normalen Benutzers unter Windows
guest Rechte eines Gastes unter Windows

Die Benutzer müssen primär der Gruppenzugehörigkeit angeordnet werden. Unter dem GUI (Graphical User Interface) Tool 'userconf' wird dies mit 'Gruppe' gekennzeichnet, hier darf nur eine Gruppe stehen. Diese primäre Gruppe wird später ausgelesen und weist auf das dementsprechende 'logon.cmd' Skript. Bei der Änderung ist darauf zu achten, dass der Benutzer weiterhin in der Gruppe 'users' enthalten ist. Dies ist Notwendig damit die Benutzeranmeldung über einen Fernzugriff (z.B. SSH) oder direkt am Server ohne Fehlermeldung abgewickelt werden kann!

8.9.2 Erweiterung 'global section'

Wie in Tabelle 7 angegeben, muss die Gruppe 'user' in die 'domain admin group' und die Gruppe 'guest' in 'domain guest group' eingefĂĽgt werden.

Tabelle 8: Optionen der global section 2
Variable Einstellung
domain admin group @admin @user
domain guest group @guest

8.9.3 Das 'netlogon' Verzeichnis

Damit jede Benutzergruppe ihr eigenes 'netlogon' Verzeichnis zugewiesen bekommt, muss folgende Variable in 'path' (vgl. Tabelle 9) hinzugefĂĽgt werden.

Tabelle 9: Erweiterung netlogon
[netlogon] path /server/domain/netlogon/%g

 

Tabelle 10: Erklärung zu den gesetzten Optionen
Einstellung Erklärung
path Die Option %g bestimmt das Individuelle Verzeichnis der Hauptgruppe. Ist z.B. Bard in der primären Gruppe 'admin' vertreten, so sucht Samba im Verzeichnis '/server/domain/netlogon/' nach einem Verzeichnis 'admin' und stellt dieses dem Benutzer zur Verfügung. So wird sichergestellt, dass jede Benutzergruppen nur in das Ihr zur Verfügung stehendes Verzeichnis gelangt.


Die veränderte 'smb.conf' wird nicht neu eingelesen da erst die Skripte angelegt werden müssen!

8.9.4 Anlegen der neuen 'netlogon' Verzeichnisse

Die Verzeichnisse mit dem Namen der Hauptgruppen mĂĽssen im Verzeichnis '/server/domain/netlogon/' erstellt werden. Dies geschieht entweder ĂĽber die Konsole mit:

mkdir /etc/domain/netlogon/admin
mkdir /etc/domain/netlogon/user
mkdir /etc/domain/netlogon/user2
mkdir /etc/domain/netlogon/guest

oder ĂĽber den Windows-Explorer.

8.9.5 Anlegen der 'logon.cmd' Skripte

Am sichersten ist es, die Skripte über Windows zu erstellen. Sie Wechseln dazu in das Verzeichnis 'netlogon/user' und legen eine Textdatei an. Hier ändern Sie die den Namen in 'logon' mit der Endung '.cmd'. Dabei ist zu beachten, dass die Endungen der Dateien im Explorer angezeigt werden. Der Inhalt des Skriptes wird im Folgenden aufgelistet.

Listing 1: logon.cmd Skript fĂĽr User
regedit /s \\server\netlogon\user.reg
NET TIME \\192.168.99.1 /SET /YES

net use X: \\192.168.99.1\xxxxxxxx

 

Tabelle 11: Erklärung zu den Befehlen
Befehl Wirkung
regedit /s \\server\netlogon\user.reg FĂĽhrt die Registrierungsdatei im angegebenen Verzeichnis aus.
NET TIME \\192.168.99.1 /SET /YES Synchronisiert die Uhrzeit mit der des Servers.
net use X: \\192.168.99.1\xxxxxxxx Verbindet das Verzeichnis
\\192.168.99.1\xxxxxxxx im Explorer mit dem Netzwerkbuchstaben X:

Die weiteren Logonskripte werden wie am vorhergehenden Beispiel fĂĽr die anderen Benutzergruppen angelegt. Der Eintrag für das Aufrufen der Registrierungsdate ist zu entfernen, da die Rechte für die Benutzer nicht ausreichen sind.

8.9.6 Anlegen des user.reg Skriptes

Mit dem Anlegen der Registrierungsdatei wird bereits erläutert begonnen. Hier ändern Sie jedoch den Namen in 'user' mit der Endung '.reg' ab. Der Inhalt des Beispielskriptes ist in Listing 2 aufgeführt.

Listing 2: user.reg Skript fĂĽr User

Windows Registry Editor Version 5.00

[HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Policies\Explorer] "NoDriveTypeAutoRun"=dword:00000095
"NoNetHood"=dword:00000001
"NoSetFolders"=dword:00000001
"NoDeletePrinter"=dword:00000001
"NoAddPrinter"=dword:00000001
"NoPrinterSharingControl"=dword:00000001
"NoRun"=dword:00000001
"DisableLocalMachineRun"=dword:00000001
"NoWelcomeScreen"=dword:00000001

[HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Policies\System] "DisableRegistryTools"=dword:00000001
"NoDispSettingsPage"=dword:00000001

[HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\policies\NonEnum]
"{BDEADF00-C265-11D0-BCED-00A0C90AB50F}"=dword:00000001
"{450D8FBA-AD25-11D0-98A8-0800361B1103}"=dword:00000001

[HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Explorer\Advanced]
"StartMenuAdminTools"="NO"
"StartMenuLogoff"=dword:00000001

Nachdem alle Skripte und die Registrierungsdatei angelegt sind, kann die 'smb.conf' ĂĽber die Konsole mit

/etc/init.d/smb restart

oder ĂĽber Swat (Samba web administration tool) im MenĂĽpunkt 'Status'. neu eingelesen werden.

Zusammenfassung

Ihnen wurde gezeigt, wie Samba zu Konfigurieren ist, um einen NeTBIOS-Domänenbetrieb gewährleisten zu können. Aus der Abhandlung wurde ersichtlich, dass lediglich die Konfiguration auf Seiten des Linux-Servers sich von Windows betriebenen unterscheidet. In Verfügbarkeit und Performance steht dieser Controller dem Original von Microsoft nichts nach. Lediglich die Benutzerverwaltung hat einen negativen Beigeschmack, da Gruppenrechte nur bedingt über Umwege realisierbar sind.

Literatur

Wehrle, Pählke, Ritter, Müller Bechler, 2002, D Addison-Wesley Verlag - Linux Netzwerkarchitektur
Helmut Holz, Bernd Schmitt, Andreas Tikart, 2001, D Verlag moderne industrie Buch AG & Co.KG - Linux-Server
Roderick W. Smith, 2001, D SYBEX-Verlag - Linux Samba Server Administration

Wehrle, Pählke, Ritter, Müller Bechler, 2002, D Addison-Wesley Verlag - Linux Netzwerkarchitektur
Helmut Holz, Bernd Schmitt, Andreas Tikart, 2001, D Verlag moderne industrie Buch AG & Co.KG - Linux-Server
Roderick W. Smith, 2001, D SYBEX-Verlag - Linux Samba Server Administration


Über eventuelle Schäden übernimmt der Autor keine Haftung.


Copyright © 2003 by Helge Klug. The content is licensed under the terms of the Open Public Licence. See footer for details.


Zurück Inhalt Vorwärts