Netzwerk-Installationsanleitung für Kernel 2.4 und 2.6

 

  
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Dieses Kapitel wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von: Helge Klug

9.0 Samba als Print-Server


Kurzfassung

In der Dokumentation 'Samba als Print-Server' wird auf die Druckerdienste des SMB-Protokolls (Service Message Block) eingegangen. Die Konfiguration wurde an allen gängigen Windows Versionen erfolgreich getestet. Die Grundkonfiguration der 'global section' (vgl. Kapitel 6) wird beibehalten und wird hier nicht weiter behandelt. Auf welche Weise der Drucker unter Linux bzw. Samba Konfiguriert wird, wird nachfolgend erläutert.

9.1 Einleitung

Die Aufgabe, Dateien aus einem UNIX-Betriebssystem in ein Windowsnetzwerk frei zu geben, stellt den größten Verwendungszweck von Samba da. Das SMB-Protokoll ermöglicht es aber auch, Computern einen UNIX-Drucker zur Verfügung zu stellen, auf denen ein Betriebssystem von Microsoft installiert ist. Im Gegensatz zur Dateifreigabe ist die Kommunikation mit dem Drucker eine 'Einbahnstraße'. Information werden größtenteils nur in einer Richtung des Druckers gesandt, wobei die Benutzerrechte vernachlässigbar sind. Der Vorteil Samba auch als Print-Server zu verwenden kann leicht nachvollzogen werden; Der Drucker ist im Netzwerk von jedem Client zu jeder Zeit ohne zusätzlichen Print-Server verfügbar.

9.2 Drucker Einrichten unter Linux

Im Folgenden wird die Einbindung eines HP 690C unter Linux durchgeführt. Bei der Auswahl eines Druckers ist zu beachten, dass der nötige Treiber bzw. ein Ersatztreiber für das Betriebssystem zur Verfügung steht. Hersteller wie z.B. Canon bieten direkt keine Treiber für Linux-Betriebsssteme an. Es besteht aber die Möglichkeit einen passenden Treiber von einem Fremdanbieter zu benutzen. Welcher Drucker mit welchem Treiber harmoniert kann auf http://www.linuxprinting.org eruiert werden.

9.2.1 Mit 'YAST' (SUSE Linux)

Am sichersten und vor allem am einfachsten einen Drucker unter SUSE-Linux (Software und System-Entwickelung) zu installieren, ist der Gebrauch von 'Yast' (yet another setup tool). Die Installation erfolgt komfortabel über eine graphische Benutzeroberfläche (GUI (Graphical User Interface)). Sie gibt die passenden Schritte der Konfiguration vor. 'Yast' steht auch im Textmodus zur Verfügung. Letzterer unterscheidet sich lediglich in der Handhabung und den optischen Aspekten. Im Folgenden wird die Konfiguration über KDE (K Desktop Environment) erstellt. Über die Startmenüleiste wird 'Yast' gestartet.

Abbildung 1: Installation via 'Yast' 1/7

Abbildung 2: Installation via 'Yast' 2/7

Der Drucker wird unter 'Yast' erkannt. Damit dieser dem System auch zur Verfügung stehen kann wird im Folgenden 'Konfigurieren..' ausgewählt.
Abbildung 3: Installation via 'Yast' 3/7
Abbildung 4: Installation via 'Yast' 4/7

'Yast' stellt dem Linux-System drei Konfigurationen zu Verfügung. Je nach gewünschter Druckqualität kann ein Modus gewählt werde.

Abbildung 5: Installation via 'Yast' 5/7

Eine Testseite sollte erstellt werden, damit wird sichergestellt, dass der Drucker funktionstüchtig ist.

Abbildung 6: Installation via 'Yast' 6/7
Abbildung 7: Installation via 'Yast' 7/7

Die Einstellungen werden gespeichert. Der Drucker steht dem System zur Verfügung

9.2.2 Mit 'printtool' (z.B. Mandrake-Linux)

GUI-basierende Distributionen (wie z.B. Red Hat & Mandrake) bieten für die Konfiguration eines Druckers das Konfigurationstool 'printtool' an. Dieses tool unterscheidet sich in der Menüführung in den jeweiligen Distributionen. Im Folgenden wird 'printtool' über KDE von Mandrake-Linux aufgerufen. Das Programm wird mit dem Befehl

printtool

im Terminalfenster aufgerufen. Beim ersten Aufruf von 'printtool' müssen noch einige Software-Pakete installiert werden. Die Auswahl der speziellen Pakete erfolgt selbsttätig vom Konfigurationstool. Nachdem die benötigten Ressourcen installiert sind, öffnet sich das in Abbildung 8 dargestellte Hauptfenster.

Abbildung 8: Installation via 'printtool' 1/11

Klicken Sie auf 'Drucker hinzufügen'.

Abbildung 9: Installation via 'printtool' 2/11
Abbildung 10: Installation via 'printtool' 3/11

In Abbildung 10 wird der Standort des Druckers bestimmt. Da ein lokaler Drucker installiert werden soll, brauch nur die erste Auswahl markiert werden.

Abbildung 11: Installation via 'printtool' 4/11

'Printtool' hat den HP-Drucker am ersten Parallelport gefunden.

Abbildung 12: Installation via 'printtool' 5/11

Die bei 'Druckername' eingetragene Bezeichnung, wird später von Samba übernommen und kann unter Swat (Samba web administration tool) nicht geändert werden. Die Informationen dieser Eingabemaske werden unter 'etc/printercap' abgespeichert.

Abbildung 13: Installation via 'printtool' 6/11

In den meisten Fällen kann 'printtool' den Druckertreiber selbst bestimmen. Dies ist besonders bei häufig verwendeten Druckertypen der Fall. Wird der Drucker nicht richtig erkannt, muss auf die manuelle Auswahl zurückgegriffen werden. Da anscheinend kein direkter Treiber vorhanden ist, muss hier der Ersatztreiber angegeben werden.

Abbildung 14: Installation via 'printtool' 7/11
Abbildung 15: Installation via 'printtool' 8/11

Um möglichen Fehlerursachen vorzubeugen sollte eine Testseite ausgedruckt werden.

Abbildung 16: Installation via 'printtool' 9/11
Abbildung 17: Installation via 'printtool' 10/11
Abbildung 18: Installation via 'printtool' 11/11

9.3 Drucker Einrichten unter Samba

Die erfolgreiche Installation unter Linux ist beendet. Damit der Drucker auch über das NeTBIOS-Protokoll (Network Basic Input/Output System) erreichbar ist und so für Windows verwendet werden kann, müssen einige Variablen neu deklariert werden.

9.3.1 Die 'global section'

Vergleichen Sie Ihre Einstellungen mit denen in der Auflistung in Tabelle 1. Es handelt sich um 'Default'-Einstellungen.

Tabelle 1: global section Einstellungen
Variable Einstellung
load printers Yes
printcap name /etc/printcap
print command lpr -r -P%p %s
lpq command lpq -P%p

9.3.2 Das Share 'printer'

Linux kann über Parallel-, Com- oder USB-Ports viele Drucker verwalten. Am Einfachsten die Drucker auch für Windows bereitzustellen liegt in der Besonderheit des Shares 'printers'. Dieses Verzeichnis lässt alle installierten Drucker aus der Datei '/etc/printercap' auslesen und erzeugt dementsprechend viele Druckerfeigaben (Warteschlangen). Die erzeugten Druckerfreigaben sind unter 'Swat' am Anfang mit einem '*' versehen und können nicht gelöscht werden. Im Beispiel (vgl. Tabelle 2 und 3) wird ein HP-Drucker dem Netzwerk zur Verfügung gestellt. Die Konfiguration wird wie eine Verzeichnisfreigabe behandelt. Unter dem Administrationstool 'Swat' muss der Menüpunkt 'PRINTERS' (vgl. Abbildung 19) angewählt werden, damit die druckerspezifischen Eingabemasken zur Verfügung stehen. Es ist drauf zu achten, dass die Deklaration 'printable = Yes' gesetzt ist. Die Variable wird für die Umsetzung einer Verzeichnis- zu einer Druckerfreigabe benötigt.

Abbildung 19: Druckerverzeichnis auf 'Swat'

Damit die installierten Drucker aus der '/etc/printerscap' ausgelesen werden können, muss als erstes das Verzeichnis 'printers' angelegt werden. Bei einer Neuinstallation ist die Freigabe schon vorgegeben. Im müssen die Variablen, wie in Tabelle 2 deklariert sein.

Tabelle 2: Die Grundfreigabe
[printers] comment Alle Drucker
  path /var/spool/samba
  creat mask 0700
  printable Yes
  browseable No

Im Verzeichnis '/var/spool/samba' legt Samba die zu druckenden Dokumente ab. Ein 'sticky bit' (t-bit) sollte für dieses Verzeichnis gesetzt werden. So wird verhindert, dass anstehende Druckaufträge gelöscht werden, wenn ein neuer Druckauftrag angenommen wird. Das Anlegen des 'sticky bit's' wird über die Konsole mit

chmod 1777 /var/spool/samba

vorgenommen. Die 'printercap' muss im nächsten Schritt von Samba eingelesen werden. Dies geschieht entweder über 'Swat' im Abschnitt 'Status' oder über die Konsole mit:

/etc/init.d/smb restart

Nach dem Neustart des SMB-Dienstes (Service Message Block) sollte eine neue Freigabe vorhanden sein. In diesem Beispiel wird die Freigabe 'HP_690' (vgl. Tabelle 3) in der Konfigurationsdatei 'smb.conf' von Samba automatisch erstellt.

Tabelle 3: HP_690
[HP_690] comment HP 690
  path /var/spool/samba
  creat mask 0700
  printable Yes

Hiermit wäre auf Seiten von Samba die Konfiguration abgeschlossen. Der SMB-Dienst kann neu gestartet werden. Dies erfolgt über die Konsole mit:

/etc/init.d/smb restart

oder über 'Swat' im Menüpunkt 'Status'.

9.4 Einbinden des Druckers unter Windows

Damit Windows den bereit gestellten Drucker verwenden kann, wird der Drucker im folgenden Schritt lokal installiert. Hierzu melden Sie sich als Administrator auf ihrem Clienten an und öffnen die 'Systemsteuerung'. In der Auswahlmaske wird der Punkt 'Drucker' ausgewählt. Weitere Informationen für die Druckerinstallation müssen angegeben werden (vgl. Abbildung 20 bis 30).

Abbildung 20: Installation Drucker 1/10
Abbildung 21: Installation Drucker 2/10
Abbildung 22: Installation Drucker 3/10
Abbildung 23: Installation Drucker 4/10
Abbildung 24: Installation Drucker 5/10

Hier wird der Computer ausgewählt, an dem der Drucker angeschlossen ist. In diesem Beispiel ist der HP-Drucker in der Arbeitsgruppe 'Home' unter 'Server' erreichbar.

Abbildung 25: Installation Drucker 6/10

Obwohl der Drucker unter Linux konfiguriert ist, muss der Windows-Client über einen installierten Druckertreiber verfügen. Bestätigen Sie mit 'OK' und wählen in der folgenden Eingabemaske, Fabrikat und Druckertyp aus.

Abbildung 26: Installation Drucker 7/10
Abbildung 27: Installation Drucker 8/10
Abbildung 28: Installation Drucker 9/10
Abbildung 29: Installation Drucker 10/10

Der Drucker steht fortan den Netzwerk-Clienten zur Verfügung.

Zusammenfassung

Die Druckerbereitstellung unter Windows aus Linux-Netzwerken wurde anhand eines Beispieles erläutert. Es konnte gezeigt, dass sich eine Druckerfreigabe nur geringfügig von einer Verzeichnisfreigabe unterscheidet. Samba stellt einen zuverlässigen Druckerdienst zu Verfügung, der es des Weiteren ermöglicht, zahlreiche Drucker zu Verwalten. Der Drucker wird ohne Nachteile in ein Microsoft-Netzwerk integriert, wobei es aber teilweise zu Engpässen bei der Druckerkonfiguration von Linux kommt.

Literatur

Wehrle, Pählke, Ritter, Müller Bechler, 2002, D Addison-Wesley Verlag - Linux Netzwerkarchitektur
Helmut Holz, Bernd Schmitt, Andreas Tikart, 2001, D Verlag moderne industrie Buch AG & Co.KG - Linux-Server
Roderick W. Smith, 2001, D SYBEX-Verlag - Linux Samba Server Administration


Über eventuelle Schäden übernimmt der Autor keine Haftung.


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