| Was bedeutet Interleaving und was hat es damit auf sich ? |
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| Geschrieben von: Michael Schlenstedt | |||
| Donnerstag, den 12. Februar 2009 um 00:00 Uhr | |||
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Original E-Mail vom T-Online-Team Typische, auf Anschlussleitungen auftretende Störimpulse löschen i.d.R. eine ganze "Strecke" von Bits und Bytes aus, diese Fehlerart nennt man "Bursts"oder auch "Büschelfehler". Diese sind so beschaffen, dass einfache Fehlerkorrekturverfahren wirkungslos wären. Bei TCP-Verbindungen müssten dann i.d.R. soviele TCP-Pakete neu angefordert werden, wie im lokalen Stack als Quotient von TCP Receive Window (RWIN) und MSS festgelegt ist. Verwendet man zudem noch einschlägige Tips zur Optimierung der Übertragungsraten, dann ist RWIN sehr hoch gesetzt. Die oben beschriebenen Störimpulse (die unserer Kenntnis nach vor allem durch Impulswähler in der weiteren Nachbarschaft ausgelöst werden) hätten unter diesen Bedingungen einen *drastischen* Einbruch der Netto-Übertragungsraten - möglicherweise gar Verbindungsabbrüche - zur Folge. Beim Interleaving werden nun mehrere Ethernet-Frames im "Reißverschluss- verfahren" miteinander verwoben. Dies hat zur Folge, dass ein Büschelfehler korrigierbar sein kann, denn die Reihenfolge der übertragenen Bits entspricht nun nicht mehr der logischen Reihenfolge der eingespeisten IP-Pakete. Die Fehlerkorrektur setzt nämlich erst ein, wenn die Ethernet-Frames wieder "ausgepackt" - also die Bits wieder richtig sortiert - sind. Nun sind aus dem einen Büschelfehler viele Einzelfehler geworden, die sich herkömmlichen Fehlerkorrekturverfahren (z.B. Verwendung eines Codes mit einem Hamming-Abstand größer eins) nicht mehr verschließen. Unseres Wissen ist das Interleaving derzeit von t(min) = 2ms bis t(max) = 20 ms einstellbar, es kann auch ganz abgeschaltet werden (Fastpath"). Für die Antwortzeiten bedeutet dies eine Erhöhung von 2 * t, da die Strecke, auf der das Interleaving wirksam wird, ja zweimal durchlaufen wird. Je höher t eingestellt ist, desto mehr Fehler können korrigiert werden, je kleiner t ist, desto geringer sind die Antwortzeiten. Oder anders: Die Brutto-Übertragungsrate wird durch das Interleaving nicht verändert, die Netto-Übertragungsrate dagegen kann u.U. sogar exponentiell vom Interleaving abhängen. Um das eingestellte Interleaving Ihres Anschlusses selbst sinnvoll abzuschätzen, können Sie wie folgt vorgehen: Stellen Sie zunächst über T-DSL die Verbindung zu T-Online her. Öffnen Sie dann eine DOS-Box und tippen Sie folgenden Befehl ein: Von Interesse sind hier nur die Zeiten des ersten "Hops" bei T-Online. Testen Sie dies mehrmals zu verschiedenen Tageszeiten und bilden Sie einen Mittelwert der gemessenen Zeiten, wobei offensichtliche "Ausreißer" nicht berücksichtigt werden sollten. Ziehen Sie von diesem Mittelwert nun 20 ms ab und teilen Sie das Ergebnis durch zwei. Die so ermittelte Zeit ist mit großer Wahrscheinlichkeit eine gute Näherung an das auf Ihrem Anschluss tatsächlich konfigurierte Interleaving. Die Telekom verwendet Anschlussleitungen, deren Charakteristika von einer Vielzahl von Parametern abhängen. Da jede Anschlussleitung andere Parameter aufweisen kann, wird vor der Schaltung des T-DSL-Anschlusses die vorgesehene Anschlussleitung vermessen. Das Ergebnis dieser Messung kann zum Beispiel auch sein, dass dem Kunde der Wunsch nach einem T-DSL-Anschluss nicht erfüllt werden kann. Anderenfalls sollte das Messergebnis dafür verwendet werden, das Interleaving optimal für jede einzelne Leitung zu konfigurieren. Je nach der vor Ort verwendeten Hardware (hier ist der DSLAM gemeint) kann es aber auch möglich sein, dass das Interleaving für eine Gruppe von bis zu 64 Leitungen gleich konfiguriert sein muss. Dabei ist davon auszugehen, dass nach dem Wertemaßstab der Telekom-Technik "optimal" dargestalt zu interpretieren ist, dass die Stabilität der Verbindungen und gleichmäßig hohe Übertragungsraten gegenüber niedrigen Antwortzeiten als das wichtigere Kriterium angesehen werden. Insbesondere muss die Rufnummer des Telefonanschlusses (bei ISDN die erste MSN) angegeben werden, um dessen T-DSL-Anschluss es geht. Ein alternativer Ansprechpartner bei der Telekom wäre noch die Störungs- stelle [1] vor Ort, die Sie unter 0800-33-01172 oder 0800-33-02000 erreichen. Hierbei wäre es hilfreich, zu üblichen Geschäftszeiten anzurufen. Letzte Änderung des Artikels: 2003-04-14 12:30
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| Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 12. Februar 2009 um 18:57 Uhr |


